Wie lassen sich Nierensteine vermeiden?

© Prof. Dr. med. Dietrich Tönnis

Die Ursache meiner Nierensteinen habe ich gefunden. Sie heißt Anazidität des Magens.

Die Patienten, zu denen ich gehöre - und auch meine Mutter -, haben keine Magensäure. Bei mir traten im Alter von 44 Jahren Nierensteine auf, die sich in der Blase sammelten und gezogen werden mussten. Von einer französischen Säure bekam ich nur Durchfall. Nach zu salzigem Mittagessen war der Urin immer weißlich trübe. Salz ist alkalisch – das Gegenteil von sauer. Ich sagte mir, ich muss Säure zu mir nehmen und wählte Weißwein zum Essen und Salat mit verstärkter Essigzugabe. Dann besorgte ich mir Rebasit-Teststreifen, mit denen man den pH-Wert (Säurewert) des Urins testen kann und prüfte und steuerte auch meine Getränke und Nahrung entsprechend.

Bei Anazidität (keiner Magensäure) schließt sich der Magenausgangsmuskel nicht. Wenn ich einen Becher süßen Saftes schnell trinke, wird die Peristaltik des Dünndarmes sofort zu sehr angeregt und es kommt zum Durchfall. Auch in dieser Richtung muss mitgedacht werden.

34 Jahre habe ich nun schon keine neuen Nierensteine mehr! Ein ganz kleiner alter liegt noch außerhalb der rechten Niere, und in der Gallenblase ist ein kleiner ganz dünner Staub von Calcium, der gefährlich werden könnte, wenn er wächst.

Die Untersuchung eines früheren Steines ergab, dass er aus Calciumoxalat bestand. Calcium - Kalk - geht in Säure in Lösung. Oxalate sind das Anion der Oxalsäure. Sie finden sich in Rabarber und ähnlichen Pflanzen, aber auch im Spinat, in Schokolade und Anderem.

Ich habe gehört, dass es eine Tablette gäbe, nach deren Einnahme sich der Urin in Abhängigkeit von seinem Säurewert verfärbt, weiß aber nicht, ob es diese noch gibt. Das wäre sehr vorteilhaft, um Menschen über ihre Erkrankung aufzuklären. Einer Rundfunksendung entnahm ich, dass in urologischen Kliniken Kalkentfernungen aus dem Nierenbereich auf der Tagesordnung sind. Diesen Menschen könnte man eine eingreifende Operation und Schädigung der Nieren ersparen.