Prof. Dr. Dietrich Tönnis verstorben

Im Alter von 83 Jahren verstarb am 21. August 2010 Prof. Dr. Dietrich Tönnis. Diese Webseite wird in Gedenken an einen außergewöhnlichen Wissenschaftler und ganz besonderen Menschen in seinem Sinne weitergeführt.

Liebe Kolleginnen und Kollegen des Orthopädischen Fachgebietes

Sie werden sich fragen, warum ich meine wissenschaftlichen Arbeiten ins World Wide Web bringe und nicht weiter in unseren Fachzeitschriften veröffentliche. Dies hat zwei Gründe: In den letzten Jahren wurden meine Arbeiten und insbesondere die Updates immer länger, da man sie mit zahlreichen aussagefähigen Röntgenaufnahmen, die mittlerweile digital zur Verfügung stehen, optimal ergänzen konnte und um wie viel überzeugender ist eben ein gutes Röntgenbild als alle sprachlichen Angaben! Der andere Gesichtspunkt für diese Webpräsenz ist, dass ich meine gesamten wichtigsten Arbeiten der jüngeren Orthopädengeneration als gut erreichbares Erbe hier hinterlassen möchte.

Meine ausführlichen Standardwerke über die angeborene Hüftdysplasie und Hüftluxation im Kindes- und Erwachsenenalter in Deutsch und Englisch sind vergriffen und nur noch gelegentlich über das Internet zu ersteigern, aber hier im Web werden sie fortgeführt und auch mit neueren Beobachtungen ergänzt. Sie dürfen sich Texte und Bilder jederzeit herunterladen, wenn es dem Wohle unserer kleinen oder erwachsenen Patienten dient.

Einführung in das Web

Die ersten Arbeiten dienen der Verbesserung unserer konservativen und operativen Behandlung von Hüftdysplasie und Hüftluxation. Es empfielt sich, zunächst den Übersichtsartikel "Diagnostik und Behandlung der Hüftysplasie – wo liegt das Optimum?" zu lesen. Dann beschäftigen sich die Artikel gesondert mit der operativen Hüfteinstellung und mit der konservativen Hüfteinstellung aus dem Arbeitskreis für Hüftdysplasie der DGOT. Immer wieder stoßen wir auch auf die Gefahr von Hüftkopfnekrosen. Sie entscheiden sich an dem Vorhandensein des Hüftkopfkerns.

Unsere Untersuchungen über Normwerte für das kindliche Hüftgelenk und später Erwachsene werden hier auch gesondert gebracht. Dann unsere wichtige Arbeit über die verringerte Pfannenanteversion und Femurantetorsion als Ursache von Hüftarthrose, Impingement und Epiphysiolyse (Lockerung und Verschiebung des Hüftkopfes in der Wachstumszone) auch schon ab Geburt. Sie sollte zum Allgemeinwissen des Orthopäden gehören.

Unsere Dreifachosteotomie des Beckens wird gesondert dargestellt - auch mit auftretenden Problemen - für Kollegen, die das Verfahren übernehmen wollen. Einzelne ungewöhnliche Beobachtungen sind noch angefügt wie die sekundäre Hüftdysplasie in der Pubertät, dann ein Fall von Sirenomylie. Schließlich fanden wir einen neuen Weg für die Behandlung der Legg-Calve-Pertheschen Erkrankung, der noch bekannt werden muss: "Beugeosteotomien zur Einstellung noch rund erhaltener, dorsaler Hüftkopfanteile in die Belastungsfläche – ein neues Verfahren bei M.Perthes".

Nicht immer bekannt bei Orthopäden ist das Iliosakralsyndrom, obwohl es von Saxl 1931 und Bragard 1933 schon beschrieben wurde. Aber nach Entdeckung des Bandscheibenvorfalls gab es nur noch diesen. Ich stieß wieder auf dieses Syndrom. Auch das dürfte allgemeines Interesse finden, denn es ist nicht selten und wird auch chiropraktisch behandelt oder mit einer Kortisoninjektion, je nach Ursache.

Dortmund, August 2009
Prof. Dr. med. Dietrich Tönnis